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Die Noten des Weihnachtskonzertes waren kaum wegsortiert, da startete man in Trusetal bereits mit den Vorbereitungen für das nächste Konzert. Und das sei dieses Jahr besonders schwer gewesen, sagt Hans-Werner Rudolph. Der Chorleiter des Gemischten Chores erinnert sich noch gerne an den Auftritt am 4.Advent. „Wir haben selten ein solch emotionales Konzert gegeben - emotional sowohl für unser geschätztes Publikum als auch für uns“. Es sei aufregend schwierig und gleichzeitig beruhigend schön gewesen - eine wahre Achterbahn der Gefühle. Dabei ging es von „Übers Gebirg‘ Maria geht“ von Johann Eccard aus dem 17. Jahrhundert über Darbietung von Motiven aus dem Film „Schindlers Liste“ (dargeboten wurde das berühmte“ Jerushalaim Shel-Zahav“ in Hebräisch) bis hin zur Titelmelodie aus dem Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Nach so einem abwechslungsreichen und anspruchsvollen Konzert sei es für ihn, aber auch für den Chor immer schwer, sich neu zu motivieren und wieder neue Herausforderungen zu finden. Aber gerade vor diesen scheuen sich die Trusetaler nicht. Mehrfach haben sie in den vergangenen Jahren bewiesen, dass man Chorgesang auch anders umsetzen kann. Während bei der „Ultimativen Hitparade“ eher deutschsprachige Schlager zum Einsatz kamen, ging es im vergangenen Jahr anlässlich der Fußballweltmeisterschaft auf eine musikalische Reise zu Fußballnationen rund um den „Erd-Ball“. „Gerade solche Veranstaltungen zeigen, dass es auch alles ein bisschen lockerer, moderner, eben anders geht“, sagt Gitta Messerschmidt, Vorstandsvorsitzende des Chores. Vielleicht sei das ein Grund dafür, dass es den Trusetalern immer wieder gelingt, auch Jüngere für den Chorgesang zu motivieren. Doch viel wichtiger sei der Zusammenhalt zwischen jung und alt, der in dem Verein hoch geschätzt und bei den allwöchentlichen Chorproben gelebt wird. Es sei eben genauso wichtig, die jüngeren in die Gemeinschaft aufzunehmen und sich auch musikalisch auf sie einzulassen. „Da sitzt eine 14-Jährige, die gerade erst Jugendweihe hatte, neben einer Sängerin, die seit 66 Jahren aktiv sind“, berichtet Messerschmidt. „Und beide sind mit der gleichen Freude dabei“. Tatsächlich gibt es mittlerweile mit Sonja Wolf und Doris Wald zwei Sängerinnen, die mehr als 65 Jahre dem Verein angehören und die beide noch aktive und verlässliche Mitglieder sind. Neben der Freude am Singen verbindet die zurzeit 45 aktiven Mitglieder dabei vor allem der gemeinsame Spaß. „Wir haben einen unglaublich tollen und einmaligen Zusammenhalt und bei jeder Veranstaltung immer einen Riesenspaß.“ Diesen stärken die Trusetaler bei gemeinsamen Tagesausflügen wie im vergangenen Jahr nach Weimar. Dabei sei es wichtig, ein gesundes Verhältnis bei den Terminen zu bewahren. „Die meisten unserer Mitglieder sind berufstätig, viele haben noch Kinder zu Hause“, sagt Messerschmidt. Mehrtägige Ausflüge oder unzählige Wochenendtermine würden viele gar nicht realisieren können. Daher setze man sich im Terminkalender wichtige Höhepunkte, eben wie das Weihnachts- und Frühlingskonzert. „Uns ist es wichtiger, miteinander Spaß zu haben und uns als Chor zu entwickeln, als ständig überall präsent zu sein“, betont Rudolph. Und so stehen neben den Konzerten in diesem Jahr noch ein Auftritt zur Landesgartenschau sowie einige Auftritte zu Sängerfesten und Jubiläen an. Die Termine sind auf der Homepage des Chores unter www.gemischter-chor-trusetal.de zu sehen. In den Köpfen reifen auch schon die ersten Ideen für die nächste Veranstaltung der besonderen Art. „Im Moment überlegen wir noch in alle Richtungen“, verrät Messerschmidt. Aber es soll vor allem wieder für die Zuhörer und Zuhörerinnen, aber auch für die Mitglieder des Chores ein unvergesslicher Abend werden.

Ebenso bunt gemischt wie die Sängerinnen und Sänger selbst ist auch das Repertoire des Chores. Mittlerweile gehören ca. 200 Lieder aus fünf Jahrhunderten und in mehr als zehn Sprachen zum Liedgut. Für die junggebliebenen Sänger sei ein englischer oder afrikanischer Text eine Herausforderung. Gleichzeitig legen die Trusetaler auch viel Wert auf traditionelle Volkslieder oder Sätze aus vergangenen Jahrhunderten. Dann sei es für Jüngeren etwas Neues, auf Platt zu singen. Und genau das sei aber wichtig, wenn man mehrere Generationen begeistern will – da ist man sich in Trusetal einig.