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20  Jahre Weihnachtskonzert in  der Trusetaler  Kirche - 20 Konzerte im Zeichen der deutschen Einheit

 

Ein Ereignis der besonderen Art fand am vergangenen Sonntag in der Kirche zu Trusen in Trusetal statt. Zum mittlerweile 20.Mal fand das traditionelle Konzert des Gemischten Chores der Wasserfallgemeinde statt, denn erst seit 1990 ist es den Sängerinnen und Sängern wieder möglich

Konzerte in der Kirche durch zu führen. Passend zu diesem Jubiläum stand das diesjährige Konzert unter einem ganz besonderen Motto, denn in diesem Jahr wurde die Veranstaltung ausschließlich von Künstlern aus Trusetal gestaltet.

Mit dem Lied „Vom Himmel hoch, da komm ich her“, gelang dem Gemischten Chor auch gleich ein ganz besonderer Einstieg in das fast zweistündige Konzert, denn die Strophen wurden sowohl von kleinen Gruppen auf der Empore als auch vom Chor aus dem Kirchenschiff gesungen. Nach einer Reihe von traditionellen Liedern, dargeboten von dem Gesangsverein, begleiteten die Posaunen und Uwe Glaser an der Orgel den gemeinsamen Gesang mit dem Publikum. Der Posaunenchor der Evangelischen Kirchgemeinde Trusetal bereicherte das Konzert zudem mit weiteren Liedern, wie zum Beispiel „Jingle Bells“. Zu betonen ist, dass der Posaunenchor erst vor einigen Monaten neu gegründet wurde und schon bei seinem ersten größeren Auftritt die zahlreich erschienenen Zuhörer überzeugen konnte. Erwähnt werden muss auch die erst neunjährige Emmelie Lesser am Klavier, die souverän zwei Werke interpretierte und mit ihrem deutlichen Spaß am Klavierspiel alle begeisterte. Mit Leonie Kratz stellte sich eine junge Sängerin vor, die schon über die Grenzen Südthüringens hinaus durch ihre Gesangsdarbietungen für Furore gesorgt hat. Ihr bereitete es keine Probleme,  eine vom Tonumfang und vom Schwierigkeitsgrad her anspruchsvolle Arie aus Humperdincks „Hänsel und Gretel“  gefühlvoll darzubieten. Mit einer ganz anderen gesanglichen Darbietung hingegen sang sich Melina Hadciz in die Herzen der Zuhörer. Ihr „Last Christmas“, auf moderne Art interpretiert, war ein weiteres Zeichen für das große musikalische Spektrum dieses Konzertes. Nicht vergessen werden darf auch der Schulchor, der sehr homogen und sauber die beiden Zuckowski-Klassiker „Winterzeit“ und „Dezemberträume“ sang.

Hauptakteure des Abends waren aber die Sängerinnen und Sänger des Gemischten Chores unter der bewährten Leitung von Hans-Werner Rudolph, die wie bereits gewohnt ein sehr vielfältiges Programm darboten. Lieder wie „Cantate Domino“ aus dem 17. Jahrhundert oder „Uyingcwele Baba“ aus Südafrika bis hin zu „Hymn“ von Barcley James Harvest zeigten die Bandbreite, aus der der Chor schöpfen kann.

Pfarrer Heiko Oertel wies in seiner Rede nicht nur darauf hin, dass ausschließlich Trusetaler Künstler am Konzert beteiligten waren, sondern er erinnerte auch an die vergangenen Jahre. Er stellte fest, dass der Gemischte Chor ein Spiegelbild der Zeit sei: Einige Sängerinnen und Sänger hätten schon vor 20 Jahren mitgesungen, während andere noch gar nicht geboren waren – ein Zeichen dafür, dass das gemeinsame Singen im Chor nicht nur in einer Generation möglich ist. Um mit Gustav Mahler, einem berühmten Komponisten des ausgehenden 19. Jahrhunderts zu sprechen: „Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers.“ Und dass die Trusetaler mit ihrem Feuer die Zuhörer nun schon seit 20 Jahren begeistern, zeigte die wieder einmal stark gefüllte Kirche. Wie der Vorstand des Chores Gitta Messerschmidt sagte: “Man stelle sich vor, die Kirche wäre geheizt und das Wetter hätte nicht solche Kapriolen geschlagen – wohin hätten wir dann all die Menschen gesetzt?“. Für den Chor sei dies das schönste Zeichen, dass sich die vielen Stunden Singen in den vergangenen Monaten gelohnt hätten. Und so wird in der Wasserfallgemeinde wohl schon ab Januar 2011 wieder mit den Vorbereitungen für das nächste Konzert begonnen.